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Abteilung Versorgungstechnik

Ofen- und Luftheizungsbauer/-in

Aufgaben und Tätigkeiten

Ofen- und Luftheizungsbauer/-in
Foto: Heike Hering - pixelio.de

Steigende Energiepreise lassen die Menschen zunehmend nach neuen oder zusätzlichen Wärmequellen Ausschau halten. Grundöfen und Kachelöfen sind dabei sehr gefragt. Beim Bau von Kachelöfen und offenen Kaminen kommt es maßgeblich darauf an, den Geschmack des Kunden zu treffen. Feuerstätten sind daher häufig individuelle Anfertigungen. Planung und Bau solcher Anlagen erfordern besondere Kompetenz. Bei Luftheizungs­anlagen werden mehrere Räume von einem zentral gelegenen Kachelofen über Luftkanäle beheizt. Häufig werden die Anlagen mit Speicherheizungen oder Heizölversorg­ungsanlagen kombiniert. Dafür muss zum Beispiel zuvor der Wärmebedarf errechnet werden. Sicherheit und Umweltschutz spielen eine große Rolle, denn schließlich dürfen die Grenzwerte für Abgase nicht überschritten und die Abgaseinrichtungen nicht falsch dimensioniert werden.

Ofen- und Luftheizungsbauer ...

  • entwerfen und errichten Kachelöfen und verputzte Öfen, Backöfen, handwerklich erstellte Herde und Kamine,
  • montieren Warmluftheizungen, Be- und Entlüftungsanlagen, Elektrospeicherheizungen, Öl-, Gas- und Feststoffbrenner, zentrale Heizöl-Versorgungsanlagen und Schornsteine,
  • stellen industriell gefertigten Feuerstätten auf und schließen sie an
  • bauen Flächenheizungen auf,
  • installieren Heiz- und Kamineinsätze,
  • montieren Rohrleitungen, Kanäle und Komponenten von ofen- und luftheizungstechnischen Anlagen,
  • installieren und prüfen elektrische Baugruppen und Komponenten
  • übernehmen Kundendienste und führen Inspektionen und Instandhaltungen durch,
  • beraten und betreuen Kunden und weisen sie in die Bedienung der Anlagen ein.

Ofen- und Luftheizungsbauer arbeiten für ...

  • Betriebe für Grundofen-, Kachelofen- und Kaminbau
  • Backofenbauer
  • Installations- und Heizungsbaubetriebe

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre.

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb z. B., …

  • wie man Kacheln, Fliesen und Baukeramik bearbeitet, z.B. schleift, behaut, ausdornt und ausklinkt
  • was zu beachten ist, wenn Schamott- und Mauersteine sowie Klinker auf Maß bearbeitet werden
  • wie man Mauer- und Putzmörtel ansetzt und Kacheln, Fliesen, Klinker und Mauersteine setzt und/oder verlegt
  • wie Heizkammern ausgekleidet werden und wie Einzelöfen, Raumheizer, Kaminöfen und industriell gefertigte Herde eingebaut werden
  • welche Werkstücke im Ofenbau Verwendung finden und wie man sie bearbeitet, z.B. Bleche, Rohre und Profile aus Eisen- und Nichteisenmetallen sowie Kunststoffen trennt, umformt und fügt
  • was man beim Einbau und bei der Instandhaltung von Luftleitungen, Ventilatoren, Luftfiltern und Luftklappen beachten muss und wie man Altanlagen demontiert
  • wie Skizzen und technische Unterlagen zu lesen und welche technischen Normen und Sicherheitsvorschriften anzuwenden sind

Während der zweiten 18 Monate werden den Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb zum Beispiel folgende Kenntnisse vermittelt:

  • wie man Kunden berät und informiert, Anschlussaufträge z.B. zur Wartung akquiriert und Kunden in den Betrieb der Anlagen einweist
  • wie man Verputze herstellt, Kacheln und keramische Formteile anpasst, setzt, verklammert sowie ausfüttert und Natursteinplatten verlegt
  • was beim Einbauen und Instandhalten von Heizungskomponenten, z.B. Verkleidungen, Abgasanlagen, Kamineinsätzen und Wasser-Wärmetauschern, zu beachten ist
  • wie Gas- und Ölbrenner samt den dazugehörigen Versorgungseinrichtungen (Behälter und Leitungen) eingebaut werden
  • was man beim Einrichten elektrischer Anschlüsse und Bauteile an Heizungsanlagen beachten muss
  • wie Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen montiert, angeschlossen und in Betrieb genommen werden
  • wie man Bleche, Rohre und Profile trennt und umformt sowie Rohrleitungen und Kanäle verbindet
  • welche Mess- und Prüfgeräte es gibt und wie man sie anwendet
  • wie man Warmluftheizungen und Lüftungsanlagen einbaut und instandhält
  • Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:
  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung funktionieren
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
  • welche Umweltschutzmaßnahmen zu beachten sind und wie man sie anwendet

In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:

  • Aufstellen, Anschließen und Instandhalten von Feuerstätten für feste Brennstoffe
  • Aufstellen, Anschließen und Instandhalten von Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe
  • Bauen von Flächenheizungen für verschiedene Heizmedien und Anschließen an Versorgungssysteme
  • Erstellen der Brennstoffversorgung für Feuerungsanlagen
  • Installieren von raumlufttechnischen Anlagen
  • Errichten von Ofenverkleidungen mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen
  • Ausbauen von Heizkammern und Erstellen von Schornsteinanschlüssen
  • Herstellen und Einbauen von Luftleitungssystemen
  • Erstellen von Heizkaminen und offenen Kaminen
  • Bauen von Speicheröfen
  • Installieren von Heizeinsätzen mit Warmwasserwärmetauschern einschließlich Regelungen
  • Bauen von Backöfen und Kachelherden
  • Bauen von Warmluftöfen über zwei Geschosse

An der BBS 3 der Region Hannover ist der Berufsschulunterricht als Blockunterricht organisiert. Die Unterrichtsform hat sich auf Grund des großen Einzugsbereiches der BBS 3 als richtig erwiesen, da die Auszubildenden nicht nur aus Niedersachsen sondern auch aus den Bundesländern Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein unsere Schule besuchen.


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